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Climbing up Mt. Taranaki


Vor etwa 10 Tagen haben wir Felix in New Plymouth (beim Mount Taranaki an der Westküste) wiedergetroffen, den Deutschen den wir aus dem Hostel in Auckland kennen. Seitdem wir am 90 Miles Beach losgefahren sind ist allerdings auch schon einige Zeit vergangen. Auf dem Weg nach New Plymouth hatten wir Zwischenstopps in Hamilton, Waitomo Caves und Whanganui. In Hamilton waren wir in den "Hamilton Gardens", einer nach Themen geordneter Garten, der sehr vielfältig und wunderschön ist und das Beste: er ist sogar umsonst. In Neuseeland gibt es unglaublich viele Menschen, die freiwillig in Gärten, Parks, Bibliotheken etc. arbeiten, wodurch diese dann umsonst angeboten werden können. Unser Ausflug wurde dann nur leider wegen einer Bombemdrohung abgebrochen. Und das in Neuseeland! Nachdem wir dann leider unseren eben gekauften Pie hinter uns lassen mussten, machten wir uns schnellstens auf nach Raglan. Raglan liegt nicht weit von Hamilton an der Westküste und gilt als DIE Surferhauptstadt Neuseelands. Und das sieht man ihr auch an. Die vielen Surfshops und Surferboys und -girls geben Raglan einen gerade zu untypisch neuseeländischen Flair. Neuseeländische (Klein)-Städte sind nämlich meist eher hässlich und funktional und sehen oft gleich aus. Es gibt hier einfach nicht viele alte, hübsche Gebäude wie in Deutschland bzw. in Europa und man sieht den Orten an, dass die Farmer hier hauptsächlich zum Einkaufen kommen. Einen riesigen Pak'nSave oder Countdown gibt es nämlich in dem noch so kleinsten Dörfchen. Raglan hingegen ist hübsch und hat viele Cafes die zu einem kleinen Snack einladen. Der eigentliche Grund dafür, dass der Ort der "Surfmekka" ist, sind natürlich die Strände und die Wellen rund um Raglan. Und die überzeugen auch. Die superbreiten, schwarzen Strände verfügen über lange und regelmäßige Wellen, die für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet sind. Hätten wir ein bisschen mehr Zeit gehabt, hätten wir unser Zelt hier ein paar Nächte aufgeschlagen und einen Surfkurs gemacht. So konnten wir aber nur von einem schönen Strand zum nächsten fahren und den Surfern zu gucken.
In Waitomo Caves gibt es die  berühmten "Waitomo Caves" (jaja, kreative Namensgebung), die für ihre große Anzahl an Glühwürmchen bekannt ist, die wir uns aber leider nicht leisten konnten, also haben wir uns hier mit schönen kleinen Wanderungen und "Scenic Routes" begnügt. Den Campingplatz hier können wir aber eindeutig weiterempfehlen! Obwohl er direkt an der Hauptstraße liegt, ist es ruhig und der Blick geht direkt auf die hellgrüne Hügellandschaft.
Dann war eigentlich das "Tongariro Crossing" geplant. Eine Eintageswanderung, die ein MUSS hier in Neuseeland ist. Sie geht durch den Tongariro National Park, vorbei an Vulkanen, Moonlandschaft und hellblauen Seen. Als wir am Whakapapa Village, der Ort mit den letzten Schlafmöglichkeiten und Informationscenter, ankamen, regnete es so in Strömen und die Wolken hingen so tief, dass wir nur 10 Meter weit gucken konnten und nicht einen Meter laufen konnten ohne komplett durhnässt zu werden. Schlechte Vorrausetzungen um unser Zelt aufzubauen und die Wanderung am nächsten Tag durchzuführen. Also entschieden wir uns spontan weiter Richtung Süden nach Whanganui zu fahren. Die Fahrt kostete uns zwar wieder 2 Stunden, aber das Wetter wurde mit jedem Kilometer, den wir nach Süden fuhren, besser und so kamen wir in strahlendem Sonnenschein an. Der Campingplatz war auch nett und lag direkt am Whanganui River und so bereuten wir unsere Entscheidung nicht und buchten direkt 4 Nächte. Am nächsten Tag stellte sich aber vergeichsweise schnell heraus, dass es in Whanganui garnicht so viel für uns zu tun gab, da das meiste zu teuer war. Deswegen haben wir die Tage hier einfach ein bisschen relaxed und nur kleinere Ausflüge gemacht und die letzte Nacht auf dem Campingplatz noch gecancelled. Aber man kann ja auch nicht überall super Glück haben, dafür hatten wir ziemlich gutes Wetter.
Und dann ging es nach New Plymouth und das sollte sehr gut werden.

Wir trafen Felix und es war direkt, als hätten wir uns schon ewig lange gekannt, obwohl wir uns in Auckland nur ein paar Tage das Zimmer geteilt hatten. Am ersten Abend gingen wir das neue Zelt kaufen, die Geschichte, die ich ausführlich im vorigen Post beschrieben hatte ;)
Am nächsten Tag sind wir in den Pukekura Park gegangen, der wunderschön ist und wegen der bevorstehenden "Festival of Lights" mit unzähligen Lichtinstallationen und Diskukugeln beschmückt war, was ihn umso schöner machte. Ich könnte hierzu jetzt einiges mehr schreiben, aber da die nächsten zwei Tage das alles in den Schatten stellen würden, mache ich direkt damit weiter.
Am 2. Tag machten wir uns morgens auf zum Dawson Visitor Center, das direkt im Egmont National Park liegt (Mt. Egmont ist der Name der Maori für den Mt. Taranaki). Als wir in New Plymouth losfuhren war das Wetter nicht besonders gut, der Himmel war bedeckt und je näher wir dem Visitor Center kamen, desto regenrischer wurde es. Wir hatten schon Angst, dass der Ausflug nichts werden würde. Aber auf einmal waren wir über den tiefhängenden Wolken und die Sonne schien warm auf unsere Regenjacken. Der Mount Taranaki ist einer der wenigen symmetrischen, kegelförmigen Vulkane. Die Steigung ist anfangs sehr gering aber stetig, sodass man sie garnicht merkt, weswegen wir auch so überrascht waren auf einmal auf die grauen Wolken herab zu gucken. Vom Visitor Center aus gingen unzählige Wanderwege von 10 min Länge bis hin zu mehreren Tagen. Wir entschieden uns für einen Rundweg von ca. 1,5 Stunden Länge. Er begann recht einfach aber steil. Schon nach kurzer Zeit hatten wir einen Ausblick auf das steinige Flussbett und die umliegende Weidelandschaft, die aber hauptsächlich von WOlken verdeckt war. Und dann das schier unglaubliche: Wir konnten den schneebedeckten Gipfel des Mount Taranaki, der von Wolkenschleiern umhüllt war erahnen. Wir machten aufgeregt Fotos, da wir nicht wussten, welche Ausblicke uns noch erwarten würden. Nach einer halben Stunde führte der Weg über den Fluss herüber, allerdings ohne ein Brücke. Also mussten wir über die Steine auf die andere Uferseite springen. Der Fluss bestand an dieser Stelle aus mehreren kleinen Wasserfällen und Pools, was uns dazu animierte dort länger zu verweilen und flussaufwärts zu klettern. Das war die beste Entscheidung des Tages, denn abseits des Weges, ein bisschen weiter oben, hatten wir auf einmal total unerwartet freien Blick auf den Gipfel! Die Wolken hatten sich verzogen und der Berg strahlte geradezu im Sonnenlicht. Spätestens jetzt verstanden wir, warum der Mount Taranaki so beliebt ist. Er ist unglaublich majestätisch und gleichzeitig unheimlich, da er ein aktiver Vulkan ist, der das letzte Mal erst vor 250 Jahren ausgebrochen ist. Man hat wirklich Respekt vor dem Berg, der sich da über einem erstreckt. Wir konnten eine ganze Weile garnicht mit dem Staunen und Fotos machen aufhören, weswegen wir für den gesamten Weg am Ende 3 Stunden anstatt den vorgegebenen 1,5 Stunden brauchten. Der Rückweg ging an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei und kleinen Flüsschen des superklaren, eiskalten Bergwassers. Als wir noch einmal den Fluss überqueren mussten, füllten wir unsere Flaschen auch mit dem leckeren Eiswasser auf. Nachdem wir dann wieder den Parkplatz erreicht hatten, entschieden wir uns noch den kurzen Weg zu den Dawsonfalls zu laufen, die man aber leider nur aus einer relativ weiten Entfernung betrachten konnten. Abends gab es dann superleckere Meatballs-Tomatosauce mit Nudeln und ganz euphorisch von dem Blick auf den Mount Taranaki planten wir unsere Wanderung für den nächsten Tag. Als sich Hannah zu uns setzte (ja, schon wieder eine Deutsche) und sie unsere Fotos von der Wanderung sah, war sie sofort dabei, als wir fragten ob sie uns nicht begleiten wolle, da sie alleine unterwegs war.
Am nächsten Tag ging es früh los, wir hatten uns als Ziel gesetzt um 10:00 loszuwandern, nicht wie gewohnt am Campingplatz loszufahren. Das Wetter war, wie am vorigen Tag, nicht besonders schön, aber da wir ja wussten, dass sich das schnell ändern konnte, fuhren wir trotz Regen los. Unser Ziel war, das "Typische" Mount Taranaki Bild zu schießen. Wenn man "Mount Taranaki" googled, ist er in der Hälfte der Bilder als Spiegelung in einem See zu erkennen. Diesen See zu erreichen war unser Tagesziel. Er liegt eigentlich auf der Strecke einer 2-3 Tageswanderung, aber wir hatten uns den naheliegensten Parkplatz ausgesucht und wollten einfach einen Teil der langen Strecke wandern und dann wieder zurück. Die Strecke begann mit einem einfachen Pfad durch den Jungle (bzw. Neuseeländischer Wald). Kurz darauf, ging dieser Pfad in leichte, lange Treppenstufen über (hier dürft ihr euch keine normale Treppe vorstellen, sondern einfache Holzbohlen, die eine Art Steg bilden). Diese wurden immer steiler und steiler. Die Umgebung veränderte sich einfach nicht, wir liefen einfach die ganze Zeit durch dichte Bäume bergauf. Irgendwann waren wir schon so lange diese Treppen gelaufen, die auch total uneben und ungleichmäßig waren, dass wir eine Pause brauchten. Wir hofften, dass sich die Landschaft bald verändern würde. Nach einer Stunde Wald, der sich wirklich nicht im geringsten veränderte, wurden wir immer unmotivierter. Da es aus irgendeinem Grund super Empfang in dem Wald gab (besser als in kleinen Dörfern), guckten wir bei GoogleMaps, wie weit wir es schon geschafft hatten. Und ein Glück, es war schon über die Hälfte. Neuen Mutes machten wir uns auf den Weg, aber wir wurden immer langsamer und die Treppen blieben sehr steil. Nach einer Weile hörten wir Menschenstimmen und waren überglücklich, als wir eine Schülergruppe überholten. Wir waren schneller als andere! Und das obwohl wir alle hochrot waren, schwitzten und lautstark atmeten. Aber dann lichtete sich zum Glück auch der Wald und wir hatten eine super Aussicht auf die Farmlandschaft am Fuße des Berges. Uns wurde klar, dass wir schon einige Höhenmeter hinter uns gelassen hatten und waren schon ein bisschen stolz, dass uns unsere Füße so hoch getragen hatten. Ab hier gingen wir auch wieder schneller, wir waren wieder motiviert und es gab immer wieder ein paar Stellen wo der Boden eben war. Ein Wunder! Dann kam eine Hütte in unser Sichtfeld, die Pouekai Hut, unser Zwischenstopp. Sie war zwar noch etwas entfernt, aber mit unserem Ziel vor Augen, ging diese Strecke sehr viel leichter. Nach 2 Stunden, 8 km und knapp 600 Höhenmetern erreichten wir endlich die Pouekai Hut und aßen unseren wohlverdienten Snack. Die ersten Blasen wurden behandelt und die verschwitzten Kleidungsstücke zum Trocknen aufgehängt. Die Pause wurde zwar ein wenig von den kurz nach uns ankommenden Kindern gestört, aber nötig war sie auf jeden Fall!
Dann ging es weiter in Richtung des Sees, der garnicht mehr so weit entfernt sein sollte. Wir stellten uns auf eine weitere, anstrengende Strecke ein. Kurz nachdem wir losgegangen waren (wieder bergauf), erstreckte sich allerdings der Gipfel des Mount Taranaki vor uns. Wieder ganz auf einmal und überraschend, wie schon beim ersten Mal am Tag davor. Die Spitze war noch in glatte, ufoförmige Wolken gehüllt, trotzdem konnte man schon sehr viel vom Berg sehen und es war unbeschreiblich. Wie schon am vorigen Tag, kam der Respekt vor dem Vulkan auf und wir genossen den Augenblick, machten unzählige Fotos und kamen aus dem Staunen garnicht mehr raus. Ganz abgelenkt, machten wir uns dann leider in die falsche Richtung auf, die immer weiter weg von dem See führte. Wir mussten durch tiefen Matsch gehen, der Weg war von Geröll versperrt aber die Sicht war unglaublich. Nach einer halben Stunde merkten wir dann auch mal, dass wir falsch abgebogen sein mussten und machten uns auf den Rückweg, durch sehr viel Matsch und über viel Geröll :D Wieder am Ausgangspunkt angekommen, war die Spitze des Gipfels mittlerweile so gut wie wolkenfrei und es wurden weitere Fotos gemacht. Dann mahcten wir uns, diesmal in die richtige Richtung, auf zum See. Der Weg führte durch hellbraunes Grasland und Moorboden und erinnerte stark an Szenen aus Herr der Ringe. Die Wolken am Horizont waren auf unsere Höhe, da wir ja auf dem Berg liefen. Rechts neben uns strahlte die schneebedeckte Spitze des Mt. Taranaki und unter uns waren Holzbohlen auf dem Moorboden befestigt. Nach ca. einer weiteren halben Stunde erreichten wir dann endlich unser Ziel. Der See war VIEL kleiner als erwartet. Da es so windig war, konnten wir leider kein Foto machen, auf dem sich der Berg in dem spiegelglatten See spiegelt, aber auch so sind sie einmalig geworden. Der Platz ist wie verzaubert. 1. weil man sich wie der einzige (bzw. die einzigen vier) Mensch(en) auf der Erde fühlt, 2. weil es aussieht, als würde man auf den Wolken weiterlaufen können, wenn man den Berg verlässt und 3. weil der Mt. Taranaki sich von seiner wolkenfreiesten Seite zeigte und majestätisch und atemberaubend auf uns herab blickte. Die Wolken veränderten sich minütlich, das ist unglaublich! Kein Wunder, dass schon viele Menschen gestorben sind, als sie versucht haben, die Spitze zu erklimmen. Das Wetter ändert sich so schnell, wir konnten wirklich zugucken, wie sich die Wolken an der Spitze bildeteten und sich wieder verzogen. WIr genossen die Ausblick, aßen die zweite Hälfte unseres Proviants und machten uns irgendwann auf den Rückweg. Die Treppen waren bergab zwar um einiges weniger anstrengend, aber unsere Beine und Füße taten so langsam weh und den Wald kannten wir so langsam in und auswendig. So waren wir glücklich, als wir uns endlich am frühen Abend wieder in unser Auto setzen konnten. Insgesamt waren wir in 7 Stunden 20 Kilometer gelaufen und hatten um die 700 Höhenmeter überwunden. Wir können eindeutig stolz auf uns sein und es war die schönste Wanderung, die wir hier bisher gemacht haben! Egal wie anstrengend die Treppen waren, es hat sich auf jeden Fall gelohnt!!!

 

 

 

 

 

 

 


 

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25.12.2015

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